Dorit Scharf: 5 Tipps für mehr Dankbarkeit

Dankbarkeit macht glücklich und lässt einen zufriedener durchs Leben gehen. Das Jahr der Dankbarkeit gibt Anstöße, wie Danken im Alltag selbstverständlich wird. Und somit die Lebensqualität steigt. Doch wie sieht das ganz praktisch aus?

5 Tipps, die dir dabei helfen können:

1 Dank festhalten

Ich bin oft für kleine Momente oder unverhoffte Details dankbar. Allerdings verpuffen sie auch schnell wieder. Spätestens, wenn der Stress Oberhand gewinnt, Sachen nicht so laufen, wie ich sie geplant hatte, oder der übliche Verdächtige mir wieder auf die Nerven geht.

Manchmal passiert es aber auch umgekehrt:

An einem besonders vollgepackten Tag tauchte zwischen zwei Terminen plötzlich ein kleines Café am Straßenrand auf. Kurzentschlossen hielt ich an und bestellte mir einen Kaffee. Die super nette Bedienung zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht und der Kaffee schmeckte mir selbst im Gehen so gut wie schon lange nicht mehr. Ein winziger, eigentlich banaler Moment. Aber er hellte meine Laune unglaublich auf. Die kleine Pause versorgte mich nicht nur mit einem leckeren Getränk, sondern auch mit einem ordentlichen Schub Dankbarkeit.

Solche kurzen Momente festzuhalten, braucht dann auch gar nicht viel Zeit. Ob auf Notizzetteln, die man in einer Box sammelt oder an eine Wand pinnt oder in einem (Dankbarkeits-)Tagebuch. Es gibt auch Notizbücher, die so gestaltet sind, dass man es fünf Jahre als Tagebuch benutzt. Jeder Tag besteht aus fünf kurzen Textfeldern. So kann man immer wieder sehen, was man genau vor einem Jahr geschrieben hat. Wenn ich die Momente der Dankbarkeit in meinem Leben sammle, mache ich sie mir bewusster. Und letztlich bin es immer ich, die entscheidet, woran will ich mich erinnern will: an die Momente voller Stress und Genervtsein oder an die, in denen ich positiv überrascht wurde und lächeln musste.

  • Wie hältst du am liebsten dankbare Erinnerungen fest? Nimm dir heute Abend ein paar Minuten Zeit und schreibe auf, worüber du heute lächeln musstest. Oder worüber du dich gefreut hast, oder sogar richtig dankbar warst.

2 „Danke“ sagen

Über ein ehrliches „Danke“ freut sich jeder. Zwei Silben, die einen Unterschied machen. Vor allem, wo sonst  eine Kultur vorherrscht, die nach dem Motto funktioniert:  „Keine Kritik ist Lob genug“.

Dabei ist es  so einfach, wie es klingt. Als Kind wurde den meisten von uns beigebracht, brav „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Und den eigenen Kindern gibt man das in der Regel auch weiter. Doch wie steht es mit den guten Manieren, wenn Mama nicht mehr hinter einem steht und einen daran erinnert: „Was sagt man da?“

Vor Kurzem besuchte ich mit  einer Freundin ein Konzert. Drei Gitarristen musizierten ganz wunderbar  vor einem relativ kleinen Publikum. Sie spielten eigene Kompositionen, die das unglaubliche Talent und die Fingerfertigkeit der Musiker bewiesen. Kurz bevor wir gehen wollten, ging meine Freundin zu jedem der Musiker, die sich am Merchandise-Tisch aufhielten, und bedankte sich für die schöne Musik. Alle drei lächelten, bedankten sich direkt zurück und freuten sich sichtlich über das Feedback. Einer von ihnen umarmte meine Freundin sogar spontan. Ihr „Danke“ zeigte Wertschätzung und ermutigte.

Genauso simpel und wirkungsvoll ist es, beim Einkaufen, im Café oder wo auch immer einen Leuten bedienen oder beraten, sich herzlich zu bedanken.

Wann hast du dich zuletzt über ein aufrichtiges „Danke“ gefreut? Wann hast du zuletzt jemandem – vielleicht auch für etwas vermeintlich Alltägliches – gedankt?

  • Wo immer dich heute jemand bedient, sage der Person ehrlich „Danke“. Nimm wahr, was passiert – bei dir und bei der anderen Person.

3 Dank teilen

Freunde und Familie sind oft wie selbstverständlich in meinem Leben. Und gleichzeitig ein großes Geschenk.  Wenn ich mir bewusst mache, was ich von diesen Menschen gelernt, mit ihnen erlebt oder in welcher Weise sie mich geformt haben, dämmert mir,  was ich ihnen eigentlich verdanke. Dabei ist eine gute Beziehung nie selbstverständlich. Eine Freundin von mir schrieb mir zum Beispiel einfach so eine Nachricht, in der sie mir sagte, wie sehr sie unsere Freundschaft schätzt. Und dass sie dankbar ist, dass sie tatsächlich seit der Grundschule gehalten hat. Mich hat die Nachricht sehr berührt, weil sie mich auch daran erinnerte, was ich dieser Freundschaft alles verdanke, welche Höhen und Tiefen wir gemeinsam gemeistert haben. Gerade langjährige Freundschaften und Beziehungen laufen Gefahr, wie selbstverständlich zu erscheinen. Sich ihre Kostbarkeit bewusst vor Augen zu halten, kann unglaublich stärkend für die Beziehung sein. Danken eignet sich dafür hervorragend.

Das Schöne beim Dank ist: Ihn zu teilen, freut nicht nur die Person, die ihn erhält. Es schult auch meinen Blick darauf, wofür ich dankbar sein kann.

Wann hast du das letzte Mal jemandem gesagt, wie viel er oder sie dir bedeutet? Und für welche Dinge, die er oder sie mit der eigenen Persönlichkeit in dein Leben bringt, du dankbar bist?

  • Sage oder schreibe in der nächsten Woche einer dieser Personen, wie sie dein Leben bereichert und wie dankbar du darüber bist.

4 Klagen weglassen

Die Art, wie man über Dinge redet, verändert nach und nach auch das eigene Denken. Das kommt ganz automatisch. Die gute Nachricht: Man kann sich entscheiden, mit seinem Reden mehr Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, anstatt zum fünften Mal über sein Problem zu schimpfen.

Eine Freundin ist mir da ein echtes Vorbild. Ihr Mann arbeitet bei einem Start-up-Unternehmen. Gerade in der Anfangsphase kam es öfter vor, dass die Firma auf die Zahlungen der Investoren warten musste. Das bedeutete, dass er oft mit einem oder sogar mehreren Monaten Verzögerung sein Gehalt erhielt. Das war nicht nur einmal der Fall. Jedes Mal stand das junge Paar dabei vor einer herausfordernden Situation. Denn Miete und Rechnungen mussten ja trotzdem bezahlt werden.

Wenn meine Freundin mir davon erzählte, beklagte sie sich aber nicht. Sie sprach zwar ehrlich darüber, dass es nicht gerade einfach war. Aber Klagen wie: „Hätte er doch nur einen anderen Job“ oder ähnliches hörte ich nie von ihr. Stattdessen war sie dankbar für den Rückhalt durch Freunde und Familie. Gleichzeitig hatte sie die Zuversicht, dass es weitergehen würde. Bewusst  erinnerte sie sich daran, dass es eine Situation auf Zeit war. Sie traf eine Entscheidung, wie sie darüber redete.

In Gesprächen mit ihr änderte sich dadurch oft meine Einstellung zu Dingen, die gerade nicht so glattliefen. Wie man über Dinge redet, beeinflusst also nicht nur einen selbst, sondern auch das Gegenüber.

  • Wie redest du über deine Probleme? Wie reden andere darüber? Experimentiere einmal damit, bewusst nicht zu klagen.

5 Entschieden dankbar

Dankbarkeit kann mehr sein als ein schönes Gefühl. Im 1. Brief an die Thessalonicher fordert der Apostel Paulus die dortige Gemeinde auf: „Dankt Gott für alles!“ (1.Thess. 5,18) In diesem Imperativ steckt die Wahrheit, dass Dankbarkeit immer auch eine Entscheidung ist. Eine Entscheidung dafür, das Gute zu suchen und auch sehen zu wollen. Es ist eine Entscheidung für das Vertrauen in Gott als eine Person. In einen Gott, der meinen Schmerz mitfühlt, der trotzdem den Überblick behält und das Beste für mich im Sinn hat. In einen Gott, der Gott bleibt, selbst wenn meine Umstände anders aussehen.

Meine Woche fing zum Beispiel mit einem richtigen Montag an: Auf dem Weg zur Uni endete ich fast mit meinem Fahrrad als Kühlerfigur, verfuhr mich und hetzte zu spät ins Seminar. Mit meinem geplanten Tagespensum kam ich nicht voran und sowieso waren an diesem Tag die meisten Menschen anstrengend. Kurz: Es ging einfach alles schief. Und was nicht schiefging, kam auch nicht mehr dagegen an. An solchen Tagen fällt es mir schwer, dankbar zu sein.

Mich dann daran zu erinnern, dass Gott immer noch derselbe ist, hilft mir, ihm trotzdem Danke zu sagen. Einfach für das, was und wie er ist. Und das ändert dann auch meinen Blick auf die Umstände.

  • Welche Eigenschaften faszinieren dich an Gott? Für welche bist du ihm dankbar? Schreibe sie dir auf, stecke dir den Zettel in den Geldbeutel oder pinne ihn an einen Ort, an dem du am Tag oft vorbeikommst. Und dann sage Gott Danke dafür – unabhängig davon, was du gerade tust.

 

Mehr Ideen und Impulse zum Thema „Dankbarkeit“ findest du in den vielen Titeln von Down to Earth zum Thema Dankbarkeit, die wir zum Jahr der Dankbarkeit publiziert haben.

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