4 Tipps, die Kunst der Zufriedenheit zu lernen

Kürzlich hat eine Werbeanzeige witzig thematisiert, wie schwer es uns oft fällt, „Danke“ zu sagen. Und statt dessen eher schnell zu meckern. Man sah eine leere Packung Papiertaschentücher der Marke XY, für die geworben wurde. Darunter stand der Satz „Danke, Deutschland. Nirgendwo sonst wurde so viel geheult und gejammert.“ Für die Fabrikanten von Taschentüchern mag die Jammermentalität umsatzfördernd sein, für alle anderen ist der ständige Blick aufs Negative alles andere als gewinnbringend. Durch den starren Blick aufs halbleere Glas verdirbt man sich und anderen die Laune, lähmt die Lebensenergie und verschwendet kostbare Lebenszeit. Das beste Gegenmittel gegen diese Lebenshemmung ist die Dankbarkeit.

Wer dankbar ist, lebt gesünder!

Dankbare Menschen sind weniger gestresst, weniger depressiv und erreichen mehr Lebensziele als undankbare Menschen. Positiver, anerkennender und dankbarer Rückblick auf das Geleistete ist eines der besten Mittel gegen die Hektik unserer Zeit. Wir sehen oft nur auf das, was noch nicht erledigt ist, noch wie ein Berg vor uns steht. „Wenn erst mal das Projekt abgeschlossen ist!“ „Wenn erst mal die Kinder groß sind.“ Und vor lauter Blick auf die Zukunft sehen wir nicht, was wir gerade an diesem Tag bewältigt, geschafft und geleistet haben. Und wir vergessen, dem Menschen Dankbarkeit und Anerkennung zu zeigen, der sie am meisten braucht: uns selbst. Es fällt uns schwer, dankbar für das zu sein, was wir haben oder erreicht haben, weil wir es oft nicht wahrnehmen. Dankbarkeit kann man bewusst einüben.

Dankbarkeit Step by Step:

1. Dankbarkeit bei der täglichen Arbeit

Um den dankbaren Rückblick nicht zu vergessen, habe ich mir einige Erinnerungshilfen in meinen Alltag eingebaut. An Arbeitstagen habe ich in der Regel eine „Action- List “ vor mir liegen, auf der alles steht, was ich an diesem Tag erledigen möchte: Alle Dinge, die ich erledigt habe, markiere ich mit grünem Textmarker. Grün ist für mich Symbol für Leben und die grünen Flächen bringen für mich zum Ausdruck: Ich habe nicht nur etwas geschafft, sondern etwas  gestaltet und geformt. Das ist ein gutes Gefühl.

Wenn ich Bücher schreibe, mache ich das ähnlich. Ich habe ein kariertes Blatt Papier neben meinem Schreibtisch, in das ich Fortschritte eintrage: Für jede fertig geschriebene Seite wird ein weiteres Karo ausgemalt. So kann ich jeden Tag sehen, wie das Projekt wächst. Das ist ein wunderschönes Gefühl.

2. Dankbarkeit als Ritual

Außerdem liegt auf meinem Couchtisch, an dem ich am Ende des Tages gerne sitze, ein kleines Danke-Buch. Am Abend, wenn ich den vergangenen Tag nochmals vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, schreibe ich mir meine Erfolge (die Dinge, für die ich mich selbst loben kann) und andere Gründe für Dankbarkeit auf. Ich gebe zu: An manchen Abenden bleibt das Buch ungeöffnet auf dem Wohnzimmertisch liegen. Aber an den Abenden, an denen ich es aufschlage und darüber nachdenke, was und wer mein Leben an diesem Tag bereichert hat, gehe ich mit einem ganz anderen Gefühl schlafen.

3. Menschen, für die ich dankbar sein kann

Die meisten wirklich wertvollen Geschenke erhalten wir von Menschen. Vor zwei Tagen habe ich an die Menschen gedacht, die mein Leben bereichern und ihnen eine kurze SMS geschrieben und das zum Ausdruck gebracht. Es hat einfach gut getan, Ihnen „Danke“ dafür zu sagen, dass sie meine Freunde sind und mein Leben bereichern. Zwei schrieben mir zurück. Eine, dass sie an diesem Tag intensiv an mich gedacht habe. Und ein anderer, dass ihn die SMS gerade in einem Moment erreicht habe, wo er diesen emotionalen Vitaminstoß dringend brauchte. Es ist so leicht „Danke“ zu sagen wenn man erst einmal wahrnimmt, wie beschenkt man ist.

4. Dankbar sein für Kleinigkeiten

„Kleinigkeiten machen die Summe des Lebens aus“, hat Charles Dickens einmal gesagt. Wenn man es bewusst lernt und trainiert, dankbar zu sein, wird man das Leben als Ganzes umfassender genießen können. Dankbarkeit kann man konkret trainieren. „Danke “ sagen oder schreiben kann man trainieren. Mach eine Liste mit den Namen der Menschen, denen du schon immer mal danken wolltest. Und dann kommuniziere mit ihnen: Eine Karte, eine Mail, ein Anruf, eine Umarmung: „Schön, dass es dich gibt!“

Oft fällt es so viel leichter, zu meckern, als den Blick auf das Schöne zu richten. Aber ich glaube, es ist eine Sache der Gewohnheit. Genauso können wir Dankbarkeit einüben. Dass man glücklich und dankbar ist, scheint manchmal sogar Misstrauen zu erregen:  Mir ist es einmal passiert, dass die Polizei mich an einer Autobahnraststätte nach Drogen durchsucht hat, weil ihnen aufgefallen war, dass ich so glücklich war! Dabei hatte ich nur die letzten 150 km damit verbracht, darüber nachzudenken, wofür ich dankbar bin!

Dankbarkeit hat Auswirkungen. Herzliche Einladung zu einer neuen Gewohnheit!

 

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